Louis Kahn behauptete, den Backstein zu fragen; was willst du sein, was kannst du. Trotz solcher Poesiekrücken hat er wunderbare Gebäude geschaffen; schwer und doch leicht.
Die Single a Whiter Shade of Pale von Procul Harum lag einen heissen Sommertag lang auf dem Beifahrersitz des alten Rovers meines Vaters. Am Abend zuvor war die Schallplatte als Begleitmusik zu einem Vortrag von Louis Kahn an der ETH in Zürich gespielt worden; die Musik setzt ein, Louis Kahn tritt von der Seite durch einen Vorhang auf die Bühne ans Rednerpult, begrüsst das Auditorium und beginnt zu reden.
Geradezu eine Achterbahnfahrt der Nadel, spielte ich die verbogene Schallpatte später auf meinem Kofferplattenspieler ab.
In Philadelphia stehen in unmittelbarer Nachbarschaft das Eshrik House von Louis Kahn und my Mothers House von Robert Venturi. Geht man entlang der Sunnrise Lane, dann in die Millman Street, pendelt man schwindelnd zwischen zwei architektonischen Welten, zwischen zwei Haltungen, vor allem aber zwischen zwei Zeiten, obwohl die Häuser im Abstand von nur einem Jahren gebaut wurden; Louis Kahns Eshrik Haus 1961, Robert Venturis Haus für seine Mutter 1962.