Ich habe einen Freund, der kann Geschichten erzählen wie kaum einer. Er erzählt sie nicht von Anfang bis Ende, nicht von hinten nach vorne, sondern gleitet am Rande des Unerzählbaren entlang, wie ein Fischer auf dem Hades, mal hüben, mal drüben, durchhangen von Nebelschwaden der Melancholie, erzählt in Episoden und Momenten, wie der Mensch selbst es tut, tastet vor an die Sollbruchstellen des Lebens, lässt sie vor dem Leser bersten, als berste etwas in ihm selbst.
Seine Geschichte über die ungleichen Freunde Montgomery und Pretorius, einer dement, beide Massenmörder, ist so finster wie zärtlich und hat gestern den renommierten Reporter-Preis gewonnen. Hier kann man sie lesen.
http://youtu.be/LRyrWN-fftE