Am Telefon sprach er zuerst Englisch, dann sprach er deutsch. Das irritierte mich.
Wir verabredeten uns für Donnerstag.
– Hier in Boston liegt Schnee seit letzter Woche, wann sind sie angekommen?
Er werde mich mit dem Wagen abholen, darauf bestand er trotz meterhoher Schneehaufen beidseitig der Strasse. Wenn nicht Eisregen einsetze, oder erneuter Schneefall.
– Ist das Hotel in Ordnung?
– Ja, ich habe ein Zimmer mit wunderbarem Ausblick, es ist ein schönes Hotel, komfortabel. Angekommen bin ich Vorgestern, ein ruhiger Flug. Und heute Vormittag war ich auf dem Hancock Tower, einmalig, diese Weitsicht.
Hier, in diesem Land, ist er Gastgeber seit Jahrzehnten, nicht mehr Gast. Lob an die Stadt trifft ihn als Einheimischen.
– Hier ist es kälter…
– Ich werde sie also Morgen um Zwei p.m. abholen. Falls etwas dazwischen kommt rufe ich sie an, im Hotel.
Ich habe nicht gesagt; hier ist es kälter als in Berlin.
In der Nacht stehe ich am Fenster, höre die Sirene eines vorbeifahrenden Krankenwagens, diesen auf und abschwellend durchdringenden Ton, die Fanfare Amerikas und sehe hinunter auf ein hell erleuchtetes, kiesbedecktes Flachdach, darauf langsam sich drehende Ventilatoren.
Erzähle ich ihm von meinem Haus oder von seinem Haus?
Am nächsten Morgen liegt dann doch frischer Schnee; auf dem Kiesdach um die Ventilatoren, auf den Gehwegen und Strassen, frisches Weiss auf schmutzig angetauten Schneewällen entlang der Fahrbahn.
Schon um viertel vor Zwei stehe ich in der Vorfahrt des Hotels und friere.
Es könnte jeder Wagen sein. Wir haben kein Erkennungszeichen ausgemacht; eine Zeitung in der linken Hand, die Blume im Revers, oder ein überaus farbiger Regenschirm in der rechten Hand.
Er kennt nur meinen Namen.
– Mister Tissi? Ich habe den Wagen da drüben abgestellt, der Schnee, ich befürchtete Eis auf der steilen Hotelvorfahrt.
Warten sie schon lange?
Ich blicke in ein zerfurchtes Gesicht.
Habe ich ein Kind erwartet?