Die Sache mit dem Turmbau hängt den Babyloniern heute noch nach. Man glaubt, sie waren geltungssüchtig und maßlos. Und schuld daran, dass sich die Welt mit Fremdsprachen herumschlagen muss.
Dabei waren die Babylonier hochkorrekte Leute. Sehr auf Pünktlichkeit bedacht. Kein Wunder, sie hatten die Pünktlichkeit ja selber erfunden – beziehungsweise vielmehr die Notwendigkeit zur Pünktlichkeit, nämlich die Zeitmessung.
Beziehungsweise, so ganz richtig ist das auch nicht. Die Idee mit der Zeitmessung hatten eigentlich alle Völker, die sich als Hochkultur begriffen. Die Ägypter zum Beispiel erfanden zum Zeitvertreib die Sonnenuhr. Auch die Babylonier gingen davon aus, dass Sonne und Mond gute Hilfsmittel für die Zeitmessung waren, fanden das ägyptische System aber zu ungenau. Also erfanden sie (etwa 1200 v. Chr.) die 12 Tierkreiszeichen und teilten ihre Zeit auf Basis des Sexagesimalsystems ein. Dem zufolge hatte das Jahr 12 Monate, ein Tag 12 Doppelstunden, also 24 Stunden, und eine Stunde 60 Minuten.
Warum sie ihr Prinzip auf der Zahl 60 basierten, ist übrigens bis heute nicht geklärt. Verständlich ist ihre Entscheidung allemal. Die 60 ist eine ganz besondere Zahl.