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Die Britischen Spinnen

by Annika von-Taube

Vor ein paar Tagen wurde ganz England von einer schrecklichen Angst erfasst. Grund war eine Giftspinne, die mehrfach gesichtet worden war und der man die beunruhigende Fähigkeit zusprach, sich so rasend schnell zu vermehren, dass eine Apokalypse nicht auszuschließen war.

Bis sie wieder Entwarnung gaben, breiteten englische Medien, allen voran die für ihre expressiv-anschauliche Berichterstattung bekannte Daily Mail, Szenarien aus, gegen welche ein Film wie Arachnophobia wie ein Video aus dem Streichelzoo anmutet.

Nun wird England regelmäßig von Giftspinnenplagen heimgesucht. Vor zwei Jahren erst sorgte ein vermehrtes Aufkommen von Rotrückenspinnen für kollektives Entsetzen. Vor etwa fünf Jahren fanden Arbeiter in einer Fabrik eine Spinnenhaut, deren Umfang eine rattengroße Spinne vermuten ließ. Unvergessen auch der Fund von Tausenden von Giftspinnen 2001 bei Arbeiten an den Grundmauern von Windsor Castle – kein Wunder, dass die Briten seitdem jeden Spinnenfund mit größter Furcht quittieren, hat dieses Tier doch sogar einen Angriff auf die Grundfesten des Britischen Reichs gewagt.

Doch nun ist der Spuk vorbei. Ganz plötzlich. Keine Stories mehr über Spinnen, alles ganz harmlos, hier und da wird zur Beruhigung ein Spinnenexperte zitiert („Spiders are very very shy and will avoid any contact with humans“), und alle Medien sind wieder frei von Spinnenfotos. Der Grund? Arachnophobie ist äußerst weit verbreitet. Der den Killerspinnen-Schocknachrichten zu verdankende Auflagenboom dürfte also schnell von einem Auflageneinbruch gefolgt worden sein.

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