Es wird kein Wiedersehen mit Ison geben. Der Komet zerfiel, weil er der Sonne zu nahe kam. Von wegen Sonne ist ein Lebensspender. Allerdings schwächelt die Sonne gerade: Die Zahl der Sonnenflecken ist viel niedriger als normal, sie sind weniger aktiv, und das Magnetfeld der Sonne spielt total verrückt.
Normalerweise wechseln die Pole der Sonne etwa alle elf Jahre, also Nord- wird zu Südpol und umgekehrt. Momentan ist aber alles völlig durcheinander, der Nordpol hat sich schon vor einem Jahr umgekehrt, während der Südpol keine Anstalten macht, sich zu bewegen. Der aktuelle Sonnenzyklus ist der schwächste seit Anbeginn der Sonnenbeobachtung, Forscher sind am Verzweifeln, weil sie so ein merkwürdiges Verhalten der Sonne noch nie beobachtet haben, ja, sogar davon ausgehen, die Sonne habe seit 200 Jahren keine so schwache Leistung gezeigt.
Bevor wir uns jetzt alle verrückt machen: 200 Jahre mögen für einen Menschen eine lange Zeit sein, für einen Planeten sind sie nicht mal ein Wimpernschlag. Vielleicht macht die Sonne ja alle paar Hundert Jahre irgendwelchen Quatsch, nur hat es nie jemand mitbekommen. Welche Auswirkungen das komische Benehmen der Sonne auf das Leben auf der Erde haben wird, ob es überhaupt welche haben wird, kann man wahrscheinlich auch erst in ein paar Hundert Jahren sagen. Blicken wir doch einfach gelassen einer sonnigen Zukunft entgegen.