Start oder Ende einer Bewegung, oder ihr Kreuzen eines bestimmten Punktes, stösst weitere Bewegungen an, das weiss jedes Kind. Heute also im Stadtbad, statt im Büro. Es (unsere) wären keine ordentlichen Bewegungen gewesen, folgten ihrem plötzlichen Ende nicht eine Reihe neuer Bewegungen. Trotzdem nicht auszuschliessen, die Bewegung ohne Nachfolge, sicher ein schöner Moment. Ein hübscher Raum, vier Wände, drei davon fast ganz aus Glas, keine Säulen. Über dem Wasser sicher zehn Meter bis zur Decke, wer weiss warum. Die Wasseroberfläche reflektiert die Sonnenstrahlen. Wellentäler bündeln das Licht, am Kamm streuen sie es, Decke und eine Wand des Stadtbads sind heute Morgen voll gebündelter und gestreuter Sonnenstrahlen, die das Wasser und seine unruhige Oberfläche verändert und trotzdem akkurat wiedergeben. Es sind heute Morgen also drei Schwimmbecken, eines mit Licht und Wasser und mindestens zwei mit Licht und Wand oder Decke. Viele mögen Licht und Wasser, manchen genügt Licht und Wand. Jeder, wie er will. Ich mag alles gleichzeitig, Licht, Decke, Wand und Wasser, einfach die Beine reinhalten und gucken. Vermeiden, dass die Badehose nass wird, die Unterhose, sonst erregen wir Aufsehen. Wir sind auch nicht zum Schwimmen hier, wir sind zum arbeiten … Beine im Wasser muss reichen. Die Strömung an meinen Beinen strömt ebenso um die Beine von Jémand, darum sind wir hier, das Wasser ist eine Bewegung, die mich und Jémand durch Berührung verbindet, Ekel, Nähe, und so weiter. Der Moment, an dem die Strömung eine Schramme an meinem Bein berührt ist verbunden mit dem Moment, an dem dieselbe Strömung über Jémands Zehen strömt, oder unter seine Zehennägel dringt. Die Bewegungen des Wassers an uns bringt das Reiben von uns aneinander etwas näher, Schramme auf Zeh, etc.. Es ist ekelhaft, es ist nur ein Anfang. Und es sind nicht nur wir, hier, die unsere Beine reinhalten, es sind zwanzig oder dreissig Andere, die alles reinhalten. Mir kommt es vor, als wären es ausser den Sichtbaren noch weitere, die Anderen und ihre Abteilungen, nicht im Büro, sonder hier, im Wasser. Sie sind ganz nah, sie sind Teil des Wassers und seiner Bewegung. So fühlt sich das für mich an. Es herrscht ein rechter Wellengang, hier am Rand, meine Badehose ist sofort nass geworden, die Unterhose. Jetzt sind wir alle verbunden. Die schwimmenden Gäste, hier, Jémand neben mir, die Anderen und ihre Abteilungen, in diesem Moment berühren wir einander auf die intimste Weise. Morgen gehen wir einen Schritt weiter und saunieren.