Donnerstag – die Verhandlung um den Öltankraum ist gescheitert. Ich hatte Jémand gesagt, wir brauchen diesen Raum, egal was. Er hat mich missverstanden, er dachte, es sei eine Redewendung und redete sich ein, dass er niemanden verletzen sollte, vergass aber, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte. Ich hatte gesagt, egal was. Und er hatte gesagt, Ja, hat aber das Gegenteil gemeint. Der Öltankraum sei nicht zu vermieten, es gäbe keinen Preis dafür. Der Raum ist nicht aufgeführt, er ist nicht einmal aufgemessen. Wer das Hochparterre mietet, bekomme den Raum dazu, gratis, sozusagen. Dann sagte Jémand wohl, schade. Und der Makler, Tschüss. Was weiss ich. Jetzt ist es zu spät. Ich sitze immer noch in der vierten Etage, hier. Im Dickicht der Büroetage, das sich für die Suche nach einem neuen Raum am schlechtesten eignet, der Keller wäre sogar besser. Im Keller ist der Ausweg eindeutig, und auch die Gefahr, die dort droht. In der Büroetage lenkt vieles ab, in manchen Fällen ist es sogar die gebotene Konzentration, die am meisten ablenkt. Das ist einfach gesagt. Sicher gibt es auch etwas Schönes und Bedeutendes daran, einen Bewegungsapparat zu erhalten, der einen selbst erhält und gleichzeitig verbraucht, der die menschliche Proportion zu vergrössern scheint, und fähig ist ganze Generationen und Teile des Planeten zu erhalten und zu verbrauchen. Durch gemeinsame Bewegungen werden Verhältnisse geschaffen, zu denen nur gemeinsame Bewegungen wieder einen Bezug herstellen werden. Diese Bewegungsapparate sind eine wunderbare Beschäftigung für solche, die es lieben, sich gemeinsam zu bewegen. Oder mit jemand ein Kind zu zeugen, vermute ich. Aber fast jede Bewegung verfehlt ihr Ziel. Dies ist die Tatsache, in die man sich hätte verlieben müssen. Ich habe es schon erwähnt. Der Millimeterbereich des Schwarzen ist wie ein Park, was es bedeutet hätte, tatsächlich getroffen zu haben, ein Umweg für den die Zeit nie reicht. Abteilungen, zum Bersten mit Genossen gefüllt, und eine immer grössere Anzahl Etagen ziehen den Apparat auseinander, um für jede einzelne Bewegung einen Katalog von Haltungskorrekturen zu schaffen, damit von den Bewegungen möglichst viele treffen, oder überhaupt eine. Vielleicht ist es ein einziger Schuss, auf den zehn, zwanzig Jahre hundert Menschen hinarbeiten. Es stimmt schon, das kann viel Herzliches haben. Es ist ein grossartiger Versuch. Doch es ist auch furchtbar unterschiedlich, vor allem nach so vielen Jahren auf dieser Etage, hier. Und vielleicht auch ein bisschen elend. Der neue Raum muss alles verändern, das ist seine einzige Aufgabe, er muss eine Art Erdbeben im Apparat verursachen, und die ganzen Genossen und Abteilungen durchschütteln wie Kartoffeln im Topf, so heftig, dass sie einen Moment davor sind Brei zu werden. Wir brauchen also Publikum. Ein grosses Publikum in einem Raum der nichts als kurze, direkte Bewegungen erlaubt. Nicht einmal so viel, sondern annähernde Gleichzeitigkeit. Keine Tricks. Der Raum wird einen riesigen Zuschauersaal haben müssen. Nichts ist so erschütternd, wie die Augen von Menschen zu sehen.