Dieser Beitrag bezieht sich auf das Projekt 60pages als solches. Es ist der erste und einzige Beitrag dieser Art von mir. Danach wird alles wieder so sein wie vorher. Damit es so weitergehen kann, wie ich es will.
In ihrem Beitrag von gestern stellt Eva Wilson die gleichen Fragen zur Rolle der Teilnehmer an diesem Projekt, die ich mir gestellt habe. Und sie kommt zum gleichen Schluss wie ich: Wir machen das hier in erster Linie nicht für die Leser, sondern für uns selbst. Es ist eine Übung, in Selbstbetrachtung und Selbstdisziplin.
Aber der Freude darüber, dass von den anderen 60 Teilnehmern jemand genauso denkt wie ich, folgte die Erkenntnis, welche Zerstörungskraft darin steckt. Damit es eben diese Übung in Selbstbetrachtung bleibt, damit es seinen unbestimmten, experimenthaften Charakter bewahrt, darf auf keinen Fall öffentlich darüber reflektiert werden, schon gar nicht im Austausch mit den anderen Teilnehmern.
Oder ist es etwa genau das, was die Macher von 60pages wollen? Sollen hier 60 auf Selbstreflexion bedachte Individuen in eine homogene Einheit überführt werden? Vorgestern rief Georg Diez explizit dazu auf, sich mit Gin and Tonic einem gemeinsamen Thema zu widmen: „Let’s write this story together“. Die ersten sind dem Aufruf bereits gefolgt.
Egal wie das Experiment verläuft, und auch wenn ich jeden Tag ein bisschen mehr Teil eines wachsendes Gefüges werde (tolle grafische Darstellung übrigens!), ich will allein weitermachen. Bislang habe ich nicht einmal einen Eintrag in der Rubrik „People“. Vielleicht nicht ohne Grund.
Über Gin and Tonic werde ich vielleicht trotzdem mal was schreiben.