Dass Frauen in Saudi-Arabien kein Auto fahren dürfen, weiß ich schon lange. Dass dies von vielen Männern (auch außerhalb Saudi-Arabiens) begrüßt wird, auch. Neu hingegen war mir bis gestern, dass auch die GEMA etwas gegen saudi-arabische Frauen am Steuer hat.
Am Wochenende protestierten Saudi-Araberinnen gegen das Fahrverbot für Frauen in ihrem Land – indem sie Auto fuhren. Unterstützung erfuhren sie von einem im arabischen Raum ziemlich bekannten Künstler, Comedian und Aktivisten: Hisham Fagee komponierte für die fahrenden Frauen die Protesthymne „No Woman, No Drive“. Leider auf Basis des fast gleichnamigen Songs von Bob Marley. Was die GEMA dazu bewegte, die Verbreitung des Videos einzuschränken.
Schon einmal protestierte ein Musikvideo gegen das saudi-arabische Frauenfahrverbot: „Bad Girls“ von M.I.A. feierte Frauen nicht nur als Autofahrerinnen, sondern als beherrschende Protagonistinnen der so berühmten wie rein männlichen car culture im Nahen Osten. Im arabischen Raum wurde M.I.A. „Arab Bashing“ vorgeworfen, aber auch Verteidiger des Videos befürchteten, die krasse Darstellung von weiblichen Fahrern werde nicht gerade dazu beitragen, Frauen als fähige und verantwortungsvolle Verkehrsteilnehmerinnen anzuerkennen.
Das Video von Hisham Fagee dagegen könnte etwas verändern. Vielleicht, weil das Plädoyer für Frauenrechte lustig verpackt ist, vielleicht weil es einen männlichen Absender hat. Es wird in der internationalen Nachrichtenpresse besprochen, in Social Media-Kanälen geteilt und in Automagazinen kommentiert. Nur nicht in Deutschland. In Deutschland kann das Video nicht abgerufen werden. Die GEMA hat etwas gegen saudi-arabische Frauen am Steuer.