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Idee #5: W wie Wohlbefinden muss frei sein.

by Van-Bo Le-Mentzel

Beginnen wir mit einer guten Nachrichten für alle, die Sex mögen: Erektion ist ein Menschenrecht! Und aus diesem Grund darf kein Unternehmen ein Patent auf Pillen wie Viagra haben. Lange Zeit hat Pfizer einen Vorteil aus dem Leid von vielen Männern (und Frauen) gezogen. Pfizer hat sein Monopol auf diese Wunderrezeptur 2013 verloren. Das bedeutet: Andere Pharmaunternehmen können ihre Viagra-Versionen auf den Markt bringen. Und es gibt noch mehr gute Neuigkeiten: Du kannst deine eigenen Viagra-Pillen herstellen.
Jetzt könnte man fragen, ob es nicht ungerecht wäre, einen Nutzen aus Produkten zu ziehen, in die andere viel Geld und Zeit investiert haben. Nun ja, Viagra ist durch Zufall entstanden (eigentlich sollte es ein Medikament für Herzkrankheiten werden). Vermutlich fielen noch nicht einmal Forschungsarbeiten an, um es zu entwickeln.

Open Source Medizin ist der einzige Weg raus aus dem Teufelskreis zwischen Profitmaximierung und künstlicher Kultivierung von Krankheiten.

Die berühmteste medizinische Open Source-Bewegung ist im Grunde TCM: Traditionelle Chinesische Medizin. Wie man jemanden mit Kräutern, Teeblättern, Nadeln (Akupunktur) oder anderen natürlichen Ressourcen heilt, ist patentfrei: Das ist Open Source. Diese Rezepte und Methoden gehören niemandem.

Die Pharmaindustrie liebt Krankheiten, ihr Geschäftsmodell basiert auf Leid. Wenn Menschen nicht mehr leiden würden (weil sie eine gesündere Lebensführung mit weniger Stress hätten) oder, wenn sie anfangen würden ihre gesundheitlichen Probleme selbst zu lösen, dann würden Pharmaunternehmen zusammenbrechen. Okay, wer könnte das wohl wollen? Es ist weltweit eine der größten Industrien und ein sehr überzeugender Arbeitgeber obendrein.

Ohne Zweifel hat Medizin der Menschheit geholfen die Lebensqualität und das Wohlbefinden zu verbessern. Aber ist die Pharmaindustrie wirklich daran interessiert uns gänzlich zu heilen? Ist dieses Ziel nicht gegen die Natur eines Systems, das vom Verkauf abhängig ist? Wer in der Lage ist, Probleme zu erfinden und zugleich deren Lösung zu schaffen – wer würde es nicht tun? Der berühmteste Fall mag wohl die ADHS-Geschichte und die Erfindung von Ritalin sein. Heute wissen wir, dass es ADHS nie gegeben hat. Der Entdecker des ADHS hat in einem seiner letzten Interviews vor seinem Tod zugegeben, dass er es frei von der Leber erfunden hat. Dennoch gibt nach wie vor Menschen (die Statistiken sagen, es sind 4%), die Schwierigkeiten damit haben, Anweisungen in der Schule oder bei der Arbeit zu befolgen (Diagnose: ADHS). Ich glaube, dass es nicht die vier Prozent sind, die krank sind. Diese Menschen sind ziemlich normal. Wenn ein Kind nicht still sitzen kann von acht bis 12 Uhr, und keine Anweisungen befolgen will wie ein Roboter, dafür aber singen will, laut sein will, rennen und kämpfen will – dann ist das doch wohl die Natur eines Kindes, oder? Nicht das Kind, es ist die Schule, die krank ist! Und die, die sich an dieses System ohne Widerstand anpassen, werden auch krank (früher oder später). Aber Pharmaunternehmen haben natürlich auch für diese Fälle die passenden Pillen parat.

Ich warte noch auf das Interview, in dem der Erfinder der Depression, nennen wir ihn mal Dr. David D. Pression, aufdecken wird, dass er die Depression frei erfunden hat. Damit man Antidepressiva verkaufen kann.

Wohlbefinden bedeutet auch Essen, das heißt Lebensmittelproduktion. Also das Aussäen von Tomaten, Kartoffeln, Mais und so weiter. Monsanto ist wohl bekannt für sein Geschäftsmodell: Sie manipulieren die Gene von Mais und anderem Saatgut. Das ist genial und raffiniert. Wenn du Saatgut von Monsanto kaufst (was natürlich eine hohe Qualität der Ernte und köstlichen Mais verspricht), musst du es immer und immer wieder kaufen – jedes Jahr. Du kannst nicht den alten Samen benutzen und ihn kultivieren. Irgendwie hat Monsanto eine Art Mini-Zeitbombe darin eingebaut. Tatsache ist, dass heutzutage so gut wie kein Landwirt anderes Saatgut hat, als das von Monsanto. Um es ganz dramatisch zu formulieren: Es gibt ein Unternehmen, das offiziell Eigentümer von Mais ist. Ein Mensch (Hugh Grant, Vorstandsvorsitzender) hat das Schicksal eines natürlichen Gutes in der Hand und kann über das Schicksal dieses Gutes entscheiden. Ist das nicht verrückt? Ich bin der Meinung, dass niemand Eigentümer des Apfels sein sollte. Nicht einmal eine Granny (Oma), die Smith heißt. Niemand darf Eigentümer der Pizza sein, keine Königin der Welt, auch wenn sie Margherita heißt. Deshalb bin ich ein großer Fan der sogenannten Transition Towns (Stadt im Wandel-Bewegungen) und des Urbanen Gärtnerns (Urban Farming). In den Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg gibt es immer noch 18 (sic!) verschiedene Sorten von Kartoffeln. Ich wusste noch nicht einmal, dass es überhaupt so viele verschiedene Geschmacksrichtungen bei Kartoffeln gibt. Ich bin aufgewachsen mit Pommes von Mc Donalds. Und das Beste ist: Viele Nachbarn kommen hier freiwillig her, um gemeinschaftlich die Kartoffeln zu pflanzen und zu ernten. Um sie dann mit Menschen zu teilen, die sie gar nicht kennen. Essen muss frei sein!

Niemand darf Eigentümer von Reis sein. Deswegen bin ich vom pakistanischen System so beeindruckt. Ich habe Freunde, die in der Punjab Provinz leben. Als ich sie einmal besucht habe, haben wir den köstlichsten Basmatireis ever gegessen. Ich habe sie gefragt, ob Reis teuer wäre und sie antworteten mir, dass sie Reis nicht kaufen müssten, da sie ihn auf ihren eigenen Feldern anbauen. Die meisten pakistanischen Familien haben eigene Reisfelder. Mit dem Reis werden auch die 700 Angestellten verpflegt, die in ihrer Schuhproduktion arbeiten.

Wusstest du, dass 61% des Essens in Deutschland weggeworfen oder verbrannt wird? Aus wirtschaftlichen Gründen. Nach der Weihnachtssaison ist es nicht gut Weihnachtsgebäck im Sortiment zu haben. Und es ist billiger und unkomplizierter Essen wegzuschmeißen, als sich mit Lebensmittel-Initiativen wie beispielsweise „Die Tafel“ abzusprechen. Die Tafel hat hohe Ansprüche. Sie nimmt nur neuartige Lebensmittel an. Glücklicherweise gibt es eine neue Bewegung in Deutschland, die sich foodsharing.de nennt. Das ist (im Vergleich zu „Die Tafel“) keine gemeinnützige Organisation. Sie wollen einfach nur verhindern, dass Essen im Müll landet, solange man es noch essen kann. Sie wollen den Teufelskreis durchbrechen. Einen Nutzen aus Leiden zu ziehen. Sie nennen sich die Essensretter.

Meine Vision ist, dass wir anfangen das meiste unseres Essens selbst anzubauen. Auf einer freiwilligen Grundlage, mit unseren Nachbarn und unseren Familien. Meine Vision ist, das jeder von uns die Grundkenntnisse in Medizin und Heilkunde lernt anstelle von Chemie. Jeder sollte die Basics lernen, die eine Hebamme weiß, anstelle von Biologie. Jeder sollte wissen, wie man sät und erntet anstelle von Mathe. Essen anzubauen ist harte Arbeit. Aber was ist die Alternative? Stillsitzen von 9 bis 5, wie ein Roboter Anweisungen befolgen und Ritalin schlucken?

Aus dem Englischen von Anni Heydi.Let’s start with the good news for people who love sex: Erection is a human right, and therefore no company should own a patent on pills like viagra. For a long time Pfizer has benefitted from the suffering of so many men (and women). Pfizer has lost their monopoly on this miraculous recipe in 2013. That means: Other Pharma companies can release their viagra versions and here is another good news: you can create viagra pills on your own. Isn’t it unfair to benefit from products, in which others have invested so much money and time, you might say. Well, viagra was invented by coincidence (they basically wanted to create a pill for heart dieseases). Probably there were almost no research efforts to create it.

Open Source medicine is the only way out from the vicious circle between profit maximization and artificial culitivation of diseases.

The most popular open source medical movement is traditional chinese medicine. How to cure someone with herbs, tealeafs, needles (acupuncture) or other natural ressources: It’s open source. No one owns these recipes or methods. Pharma love diseases, their business model is based on suffering. If people stop to suffer (due to a healthier lifestyle with less stress) or begin to solve their health issues on their own, Pharma companies would collapse. Well, who wants that? It is one of the biggest industries in the world and a very selfconfident employer.

Without a doubt medicine has helped mankind to improve quality of life and wellbeing.  But is Pharma really interested in healing us completely? Isn’t this aim against the nature of an institution oriented on selling? If you can create new problems and at the same time offering their solutions, wouldn’t you do that? The most famous case might be the ADHD-story and the invention of Ritalin. Today we know, ADHD never existed. The founder of ADHD said in one of his last interviews, before he died, that he created it from scratch. But still there are many people (statistics say: 4 %) who have difficulties in following the instructions in school or at work (diagnosis: ADHD). I think, it’s not the 4 % who are sick. These people are quite normal. If a child cannot sit quietly in a chair from 8 to 12 and doesn’t want to following instructions like a robot, but wants to sing, shout, run and fight, well that’s the nature of children. It’s school (and work) that is sick! And the others, who adapt to that system without rebelling, they become sick (sooner or later). But pharma companies of course already have the right pills for them in stock.

I am waiting for the interview in which the founder of depression, let’s call him Dr. David D. Pression, will reveal, that he invented despression by fantasy to sell more Antidepressiva.

Wellbeing also means nutrition, means food production, means seeding tomatos, potatoes, corn and so on. Monsanto is wellknown for their business model: Manipulate the D.N.A. of corn and other seeds. It’s genius and clever. If you buy Monsanto seed (which of course will bring a high quality harvest and delicous corn), you will have to buy it again and again. Each year. You cannot use the old seed and cultivate them. Somehow Monsanto integrated a kind of little time bomb in it. Fact is, today almost no farmer really has other seeds than the ones from Monsanto. Let’s say it in a more dramatic way: There is a company who owns corn. One person (Hugh Grant, CEO) can decide the destiny of a natural ressource. Isn’t that crazy? I think no one should own apples. Even not a Granny called Smith. No one should own pizzas, even not a queen called Margherita. This is why I am big fan of so called transition towns and urban farming. In the Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg you still have 18 (sic!) different kinds of potatoe. I even didn’t know, that there are so many different potatoe flavors. I grew up with McDonalds fries. And the best thing is: Very normal neighbors come here volunteerly to seed potatoes and harvest them altogether and share food with people they don’t know. Food is free of charge.

No one should own rice. That’s why I am so impressed by the Pakistani system. I have friends living in Punjab Provence. When I visited them once, we ate the most delicious Basmati rice ever. I asked them, if rice was expensive? They said, they don’t need to buy rice, they crop rice in their own fields. And most of the pakistani family clans have their own rice fields. They also take the rice to feed their 700 hundred employees, who work in a shoe production.

Did you know that 61 % of eatable food is thrown away or burnt in Germany? For economic reasons. After christmas season it’s not good to have the christmas cookies in the offer. And it’s cheaper and less complicated to throw food away than to organize the communication with food collecting initiatives like „Die Tafel“ who only take premium and new products. Fortunately there is a new movement in Germany called foodsharing.de This is (in comparisson to Die Tafel) not a charity organisation. They just want to avoid that food is thwown into garbage as long as you can eat them. They want to get out of that vicious circles. Benefitting from suffer. Foodsavers, they call themselves. My vision is, that we start to produce most of our food on our own. On a volunteer base, with neighbors and with family. My vision is, that each of us learn the basic medicine and health rules, instead of chemics. Everyone should have the possibility to learn the basic knowledge, that a midwife has, instead of biology. Everyone should learn the rules of seeding and harvesting instead of mathematics. Growing food is hard work. But what is the alternative: sitting quitely in a chair, following instructions like a robot and eating ritalin?

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