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Lebensgefährliches Einkaufen

by Annika von-Taube

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Heute ist Cyber Monday. Der schönste Tag des Jahres für Leute, die gern online shoppen. Onlinestores hauen heute ihre Waren zu Preisen raus, bei denen man nicht mehr von Sonderangeboten sprechen sollte, sondern von Sonderbarangeboten: Irgendwo muss die Sache einen Haken haben, wenn ein Fernseher, der vorher 1000 Dollar gekostet hat, jetzt für eine Null weniger zu haben ist.

Beim Offline-Äquivalent zum Cyber Monday, dem Black Friday, ist der Haken wenigstens offensichtlich: Lebensgefahr. Der Feiertag des Shoppings ist natürlich eine amerikanische Erfindung und findet immer am Tag nach Thanksgiving statt, was damit zu tun hat, dass viele Leute am Tag nach Thanksgiving frei und somit viel Zeit zum Shoppen haben.

Am schlimmsten geht es am Black Friday in den großen Kaufhausketten wie Walmart, Target und Macy’s zu. Da ist am Black Friday vorsorglich ein großes Polizeiaufgebot im Einsatz. Was nicht wirklich hilft, weil man als Käufer auch außerhalb der Märkte nicht sicher ist, und die erworbene Ware auch nicht. In Las Vegas wurde am vergangenen Black Friday ein Mann von einem Dieb angeschossen, um dann um seinen gerade erworbenen Fernseher erleichtert zu werden.

Käufer rempeln, trampeln, schreien, bespucken und prügeln sich, landen im Krankenhaus oder auf dem Polizeirevier, es ist jedes Jahr das gleiche – obwohl, nicht ganz: 2008 war anders. Da wurde ein Mitarbeiter von Walmart zu Tode getrampelt, überrannt von einer seit Stunden vor dem Markt wartende Shoppingmeute, die sich nicht länger gedulden konnte und kollektiv durch die noch geschlossenen Türen brach. Die Folge des Vorfalls: Der Markt musste zunächst geräumt und für ein paar Stunden geschlossen werden und verbuchte daher bis zum Ende des Tages einen geringeren Umsatz als erwartet.

Shopping ist eine ernste Angelegenheit, besonders in den USA. Ein hartes Geschäft, das auch mal Opfer fordert.

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