Den Kopf schräg angelehnt sitze ich unbequem verdreht seit zehn Minuten regungslos. Die Vibrationen des Flugzeuges übertragen sich auf meinen Schädel, in den Nacken, verlieren sich in der Wirbelsäule. Vor dem einen Auge, dicht an der Kabinenverkleidung, verschwommen ein Karomuster. Mit dem anderen Auge sehe ich durch das Oval des Fensters auf eine weisse Landschaft; wattige Kuppen, sanfte Täler, verlieren sich am Horizont in einem Streifen grellsten Weiss, der übergeht in das haltlos tiefe Blau des Himmels. Nichts Grünes ist zu sehen in den Tälern, auf den Kuppen kein Zeichen von Vegetation, keine Büsche, nirgends Bäume. Allein scharfe Schatten auf dem schier endlosen Weiss. Kein Untergrund der einen tragen würde; nicht einen Schritt. Da und dort Öffnungen in der weiten Ebene; Löcher hinab in die Welt. Don´t step behind this line, steht neben eine rote Linie auf die Tragfläche geschrieben.
Auf jedem Flug von Europa nach Amerika trinke ich als erstes einen Gin Tonic, Georg.