Vor einer Woche habe ich Werner rekrutiert und die Nachricht an alle Abteilungen gegeben. Zwei Tage später erfahre ich, dass Werner in Wahrheit Berndt heisst. Das sagt nicht er selbst sondern Enzner, der im Keller gearbeitet hat, zusammen mit Berndt. Enzner sagt, Kowalski wundere sich, warum statt Berndt hier alle Werner sagen. Auch Berndt, der alles mitbekommen hat ohne etwas zu sagen, wundere sich schon. Enzner hatte seit sieben Stunden ununterbrochen etikettiert, als er mir das alles erzählte, aber seine Information schien gut. Eine glaubwürdige Geschichte, es war mir peinlich, ein kleines, erwünschtes Drama. Ich gab die neue Information in jede Abteilung: Werner heisst jetzt Berndt. Bei der nächsten Gelegenheit sprach ich mit Kowalksi, weil er es war, der mir Berndt zugespielt hatte. Er sagte mir, er kenne Werner seit seiner Kindheit und der habe immer Werner geheissen, nie Berndt. Die Information von Enzner müsse falsch sein. Enzner, der telefonisch nicht mehr zu erreichen war, schrieb mir darauf eine Kurznachricht, eine kurze uneindeutige Onomatopoesie. Die neue Information wurde nicht an alle Abteilungen gegeben. Mit all den unterschiedlichen Geschwindigkeiten haben die ersten zwei Informationen einander wahrscheinlich schon mehrmals überholt. Die Sache steht nun so im Raum: Jemand heisst Werner oder Berndt. Noch schöner wäre nur Jemand. Ein ungewöhnlicher Name, oder nur etwas ungewohnt. So wie Armand oder Hermann. Jemand. Man könnte es französisch aussprechen, Jémand. Vielleicht der beste Name für alle in meiner Abteilung.