#60
 
 

Mittwoch

by Pippin Wigglesworth-Weider

Dass die Dinge nicht gehen. Mir begenete im Traum die Koryphäe der Psychoanalyse, ein Mann um Sechzig, ein Esser und ein Trinker, dünne Arme, ein dürres, gezeichnetes Gesicht, Ranzen. Er führte mich im Reality Television Format durch seinen Akquiseprozess, mal in seiner Limousine, einmal zufällig auf der Strasse, mit Zuckerbrot und Peitsche. Glücklicherweise sagte ich Nein, blieb aber krank. Die Dinge gehen tatsächlich nicht. Ich spüre es, sie haben aufgehört. Mein Gefühl, das neuerdings ein paar Millimeter vor den Zehenspitzen endet, anstatt weiter, bis ans Ende der Strasse zu gehen. Der Lauf der Dinge. Paletten, Planeten, egal. Es sind bloss Leute, sich so bewegen. Die Dinge haben keine Einheit, keinen Willen, sie fallen in ein Loch, und falls wir sie nicht aufhalten, sie sind schwer heraus zu holen. Sie verlieren sich, auf der Erde und in unserem Gedächtnis, sie gehen verloren, vergessen. Ich bin es … wir sind es, die die Bewegungen stützen und fördern, es ist unsere Lebensenergie, welche den Dingen Schwung verleiht. Retrospektiv müsste darauf bestanden werden, dass auch die ersten Bewegungen des jungen Universums, menschliche Bewegungen waren, der Wind auf dem Feld, die Wärme der Sonne natürlich auch. Es gibt nichts menschlicheres, als das Werden eines Universums, vermute ich. Es kommt aus uns heraus, es geht uns ab. Die Lebensenergie der Menschen wird zu einem Ding. Die Ding gewordene Lebensenergie von mir und von meiner Abteilung, zum Beispiel das Geld, das wir verdienen. Und doch läuft nichts. Das Problem würde ich gerne mit Geld bewerfen, mit Geldwürfen, wie ich sie einmal kannte. Aus dem Universum wieder ein Person machen. Aber es ist so furchtbar teuer, es hilft wohl nichts – auch gut. Aber ja, das Geld. Nun habe ich es einmal angesprochen. Oder es ist das erste Mal. Was soll ich sagen. Vielleicht gab es einen Unterschied zwischen mir und der Erde, im Vollzug unserer gemeinsamen Kreise bin ich vielleicht gestolpert.

all PICKS von