Fünfunddreissig Wände, zehn Toiletten, sechs Säulen … ich sagte, ich muss mich auf dich verlassen können, Jémand. Seit ich mich nur noch mit dem Einen beschäftige, hältst du die Bewegungen in deiner Hand. Ich bin nicht sicher, ober er das verstanden hat, wir sprechen nicht einmal dieselbe Sprache, bei mir und meiner Abteilung achte ich darauf, dass wir Genossen nicht unbedingt dieselbe Sprache sprechen. Das vermindert solche Missverständnisse, die besonders ärgerlich sind, weil sie gerade zwischen Gleichdenkenden entstehen … ich sagte, du darfst nicht so genau hinschauen, oder ich sagte, schau bitte nicht hin. Die Bewegungen werden schon irgendwo eintreffen, jetzt ist nicht die Zeit für das genaue Hinschauen. Oder hast du gedacht, ich meinte damit das Gegenteil. Dass eine Bewegung Ihr Ziel schon mal verfehlen könne und du deine Arbeit wegen sowas nicht verlierst, du aber alles tun sollst, damit es nicht nicht wieder passiert, dass du zum Beispiel gerade dann, wenn nichts mehr sichtbar ist, besonders genau nachschauen sollst. Dachtest du, meine Anweisung sei eine komplizierte Botschaft, und ich überlasse das Entschlüsseln dir allein. So arbeiten wir doch nicht, hier. Ich habe gesagt, vertrau mir, lieber Jémand, wie kannst du das missverstehen, gut, du sprichst nicht dieselbe Sprache. Bist du also den Bereich abgeschritten, in dem die Bewegungen unser Sichtfeld verlassen, bist du Millimeter für Millimeter in den dunklen Bereich gedrungen, der immer nur grösser wird. Hat dich das viel Mühe gekostet, hast du sie vor Anstrengung aus deiner Hand gleiten lassen. Die Bewegungen sind aus der Luft gefallen, sie sind abgestürzt. Hast du sicher gedacht, allem ins Letzte nachgehen und dich opfern zu müssen. Bist du über deine Pflicht gegangen, hast du dich weit übertroffen, lieber Jémand, hast du dich selbst im Millimeterbereich des Schwarzen völlig verloren, hast du das Ziel verfehlt. Hast du nichts gesehen, keine Treffer, nur Verfehlungen, überflüssigen Platz von dir bis zu deinem Horizont, hast du sie vor Schreck aus deiner Hand gleiten lassen. Obwohl ich dir erlaubt und befohlen habe wegzuschauen. Hast du alle Flugzeuge mit deinen Opferaugen zum Absturz gebracht. Hast du nicht verstanden was ich dir gesagt habe. Ganz sicher sogar nicht. Und unser Gespräch über die Zehen. Als ich dich fragte, ob du deine spürst, hast du Ja gesagt. Ich bin mir nicht so sicher. Jemand, dessen Gefühl bis in die Zehenspitzen geht, stolpert nicht so oft wie du in letzter Zeit. Ich bin mir unsicher, lieber Jémand, ob wir uns wirklich verstanden haben, ob es eine direkte Bewegung zwischen uns gibt. Eine Verständigung ohne die ärgerlichen Missverständnisse, die zwischen Gleichdenkenden immer nur dazu führen, dass ihre Beziehungen überflüssig werden. Ich habe gedacht, wir verstünden einander besser als die Verständnisvollen und ihre mitfühlenden Abteilungen, in denen das Ungleiche, das zwischen uns eine stolze Hürde ist, durch den Strom der Bewegungen gebürstet und zerstreut wird. Dich verlässt das Gefühl, so sieht das für mich aus, vielleicht hat es sich bei dir schon weiter zurückgezogen als bei mir, anders kann ich mir nicht erklären, wie sie einfach so aus deiner Hand geglitten sind … Und jetzt was. Diesmal werde ich die Flugzeuge nicht aufheben, glaub mir. Ein bisschen tut es weh, sie am Boden zu sehen, das war auch mein Leben in ihnen, mein Leben und noch vor deiner Zeit, meine Energie die mir zu Geld und den Bewegungen zum Antrieb wurde. Der lässt sich nicht mehr umdrehen, dieser Zauber, das habe ich dir immer gesagt. Schon schade. Aber ich fasse sie nicht mehr an, mein Lieber. Ihnen wieder Leben einzuhauchen. Nein, nein. Lassen wir sie liegen. Ich schätze wir haben noch bis zum Ende der Woche, bis alle merken, dass sich nichts mehr bewegt.