Die Makler schlagen täglich neue Objekte vor, die Meisten erfüllen nicht eines der Kriterien auf meiner Liste. Ein Makler schrieb, unmöglich, dieses Objekt gibt es nicht. Ich lasse ihm ausrichten: Weitersuchen, kein Objekt unter drei Kriterien, möglichst wenig Wände, kein Platz für Gedankenverknüpfungen. Ich habe meinen Kaffeekonsum reduziert, von acht Tassen Filterkaffee auf die Hälfte, von drei Cappuccinos auf einen, von sechs doppelten Espressi auf keinen. Es ist ein Gesundungsprozess, das Leben. Zwei Besichtigungen habe ich mitgemacht, beide erfolglos. Der eine Raum erstreckt sich über das Erdgeschoss einer ehemaligen Leuchtenfabrik. Die Fläche wirkt, als sei sie einmal grösser gewesen, eine grosse Fläche auf die später ein Hof herabgelassen wurde, was dem Raum etwas Verlorenes hinterlässt, was ganz schön ist. In den Mauern zum Hof und denen zur Strasse gibt es grosse Fenster, und in den grössten Räumen, den beiden, die zur Strasse blicken, jeweils vier Säulen. Diese grossen Räume liegen rechts und links der Einfahrt, und verengen sich dort, wo der Hof beginnt, und kommen dahinter wieder zusammen, in einem breiten Riegel der parallel zur Strasse verläuft. Würden alle unnötigen, leichten Wände abgebrochen, wäre es ein zusammenhängender U-förmiger Raum voller Fenster. Auf der Hof-Seite der Fläche sind die Fenster durchgehend. Jeder Punkt der Fläche bietet einen Blick auf den Hof, und der Hof bietet einen Blick in jede Ecke des Raumes. Es ist ein grosser Hof, der viel Licht einfallen lässt. Obschon es ein düsterer Tag war, wirkte der Raum licht. Es war im Raum sogar heller als draussen, was an den weissen Wänden liegt, die das Licht reflektieren. Draussen reflektiert weit weniger, die braunen Bäume, die grauen Gebäude, die Stoffe der Fussgänger, der Asphalt. Nach ein paar Minuten in diesem Raum hatte ich die Raumplanung im Kopf abgeschlossen. Ich konnte mir vorstellen wie unsere Bewegungen hier auszusehen hätten, für mich und meine Abteilung, die Anderen und ihre Abteilungen. Ich stellte mir alle Prozesse vor, so wie sie jetzt sind und wie sie verändert werden müssten, um sich in diesem U-förmigen Raum zu bewegen. Eine Simulation des Betriebs von acht Uhr bis achtzehn Uhr, und länger. Dann eine Vorstellung des Betriebs am Ende dieses Jahres, nächstes Jahr, übernächtes, und so weiter, das Wachstum. Wie ich und meine Abteilung den Raum ausfüllen, dann das nächste Stockwerk übernehmen würden, und dann ein weiteres, vielleicht sogar die Fenster durchbrechen und in den Hof hinein spülen würden, oder wieder in den Keller hinunter. Wie die Anderen und ihre Abteilungen im Riegel des U-Tals immer dichter zusammenwachsen, immer mehr Drucker, Bildschirme und Genossen auf demselben Raum, bis alles ineinander verwächst und tatsächlich alles mit allem anderen verbunden ist. Dieser Vorstellung nach waren bereits viele Jahre mit mir in diesem Raum vergangen, er war bereits total verlebt, ich sah mich und meine Abteilung den Raum schon wieder verlassen. Ich sah mich bereits mit Maklern im Regen vor neuen Räumen stehen, in Höfe blicken und Säulen zählen. Ich sagte dem Makler ab, der Raum genügt nicht, er hat viel zu viele Wände, er verknüpft alle falschen Gedanken und Visionen, er funktioniert leider überhaupt nicht.