Der Sonntag hat mein Gefühl nicht wiedergebracht, vier Eier waren umsonst. Jetzt endet mein Gefühl einen Zentimeter vor den Zehenspitzen, nicht bloss einen Millimeter. Ein Teil meines Körpers fehlt, oder der Teil ist der Welt zu Land geworden, oder ich weiss nicht mehr so recht, worauf ich gehe, so fühlt sich das für mich an. Die Zehenspitzen sind da, sie sind Teil meines Gangs, aber ich spüre sie nicht, meine Fühler an der Kontaktwelt sind tot, oder die Kontaktwelt ist tot. Das ist normal für einen Trinker, der Alkohol tötet die Nerven, aber ich trinke keinen Alkohol, ich habe ihn nie angefasst, er ist zu tödlich. Es war nicht so, dass ich nichts spürte, weil ich vergiftet war, es war ein nüchterner Sonntag, ich spüre bis einen Zentimeter vor die Zehenspitzen alles, jede Stelle, und es kribbelt in meiner Nasenspitze und in meinen Fingern, vielleicht wird sich mein Gefühl auch von diesen Orten zurückziehen wollen. Es ist nicht schlimm, ich habe Schlimmeres erlebt, und ich erinnere mich gut genug an die Eindrücke meiner Fühler an der Kontaktwelt, noch besitze ich davon ein Bild in meiner Erinnerung, ein Modell, das den Ansprüchen meiner Gefühle genügt, ein Modell vergleichbar mit dem Kreppband auf den Flächen unserer Räume, das zukünftige Wände oder Arbeitstische völlig ausreichend simuliert. Es ist sogar fast zu viel, zu übertrieben. Wir sind erwachsen, hier, wir wissen, wie eine Wand aussieht, wir haben jahrzehntelange Erfahrung mit Wänden, wir haben ein unerschöpfliches Bild von uns selbst und davon, wie sich dieses Bild zu Wänden verhält. Ich habe genug Erfahrung, um im Traum Städte zu bauen, die sich genau wie Städte verhalten, die sich nicht auf einmal in Traumstädte verwandeln, nur weil ich gerade schlafe, oder weil ich das gerne so hätte. Meine Expertise ist so umfassend, dass keine Erfahrung auf der Welt mich davon abhalten wird, mir im Traum eine andere Welt zu bauen, ohne mich einfältig zu fühlen. Und wer will das denn. Es ist nicht so schlimm, entweder sterben meine Nerven oder die Kontaktwelt stirbt, ich erinnere mich an alles, jede Minute meines Lebens könnte ich mit Kreppband auf dem Boden darstellen, vier grosse Kisten habe ich bestellt, jede umfasst drei kleinere Kisten, von denen jede 36 Rollen Kreppband enthält, natürlich ist das unnötig. Weil diese Wände, hier, alle feucht sind, hält das Krepp nicht, schaue ich mich nach einer Weile danach um, hängt es bereits herunter, oder ich erwische es dabei, wie es sich gerade von einem Pfeiler schält, es ist eine furchtbare Verschwendung, sogar am Boden bleibt es nicht an der Stelle, es verformt sich und wandert. Nach dem Wochenende ist unser Kreppmodell unbrauchbar, es posiert als Raum in dem jede Bewegung zu einer Kollision führen wird. Aber was weiss ich, Jémand hat die imaginären schiefen Wänden bereits lieb gewonnen und meidet sie wie echte. Lassen wir sie eine Weile so spielen.