Geradeaus, am zweiten Schreibtisch, niemand. Aus der Richtung riecht es nach Jémand, oder nach saurem Rotwein. Da muss noch ein Glas sein. Es gibt einen Waschraum mit Toilette, dort habe ich niemand ein oder ausgehen sehen. Hier, zu meiner Rechten, die Anrichte mit einem Kühlschrank hinter einer Tür, und in die Platte ist ein Becken eingelassen. Hinter der zweiten Tür verstecken sich eine kleine Spülmaschine und ein Regal mit Gläsern und etwas Geschirr. Die Türen sind zu. An der Anrichte steht keiner. Ich wüsste nicht, was ich dort soll. Auf halber Strecke zur Anrichte steht ein Servierwagen mit gebrauchten Tellern und einigen Ausdrucken. Näher bei mir, als bei der Anrichte, aber einen oder zwei Schritte weiter als meine Arme reichen. Es ist ein Servierwagen des Lieferdiensts, er wird bei jeder Lieferung gegen einen neuen ausgetauscht. Ich stelle mir den Boden vor, über den der Wagen rollt. Ein ebener Boden, ich höre wie der Wagen rollt und rollt. Eine Strecke vieler ebener Teilstrecken, die sich im Wandel der Zeit aneinanderreihen, so dass der Wagen immer rollen kann, von der Industrieküche durch die Stadt bis ins Büro, hier. Die Hindernisse bevorstehender Teilstrecken verschwinden unter den Rollen, ein Gebirge im Weg des Wagens, eine Kette von Zacken, die seine Rollen zu einer langen, dünnen Geraden walzen. Das sieht aus, als würde sich das Gebirge bewegen, rollen, fliessen, nicht der Wagen. Ich versuche ihn mit meinen Augen zu fixieren, aber es gelingt mir nicht, oder er bewegt sich nicht. So in Gedanken fixiert, kann ich ihn nicht vom Wagen neben meinem Schreibtisch unterscheiden. Beide stehen still. Ob im Lift, draussen, im Hof oder auf der Strasse weitere Servierwagen stehen, jeder mit Steak, aber jedes Stück mit einer anderen Temperatur. Wo ist mein Steak, das auf dem Gill liegt, und wie komme ich dorthin. Oder wie kann es sein, dass eine Lieferung bei mir ankommt, wenn sie doch in Wahrheit stillsteht. Nächstes Mal werde ich genau hinschauen, wenn der Servierwagen kommt. Es wäre simpler, hier zu kochen. Ich könnte sofort essen und müsste mir keine Gedanken machen. Während fünf oder zehn Minuten essen, anstatt bereits eine Stunde in Gedanken gegessen, ohne einen wirklichen Biss genommen zu haben. Gegeneinander gerechnet bleiben mehr Bisse in den Gedanken, als ein Steak hergibt. Es ist ein Verlust, so fühlt sich das für mich an. Aber der Raum ist zu klein, hier, alle Leute würde immer nach Fett riechen, ich und Jémand, oder wenigstens ich. Es ist auch nicht sehr teuer. Die Ebnung der Strecke für den Servierwagen kostet hundert oder tausend Mal weniger als eine Ebnung für einen neuen Raum mit Küche, Köchen und Speisesaal. Andererseits liegt mir am Servierwagen, weil er eben rollt und rollt und mich mit dem anderen Ende der Stadt und wichtigen Kreuzungen verbindet. Über ein Steak komme ich an einige Orte. Ich habe versucht, den Weg zu Jémand zu ebnen. Ich glaube, dass er nicht wieder kommt. In der Mauer links von mir sind die Fenster, auch dort, niemand.