Vor lauter Musik weiß ich in diesem Jahr gar nicht mehr, wo mir der Kopf steht, mein Jahrtausendwerk, meine Welt-Errettungsnovelle „Wie der deutsche Jude Siggi Morgensonne die Menschheit korrigierte“ habe ich immer noch nicht zu Ende gebracht, bin ich doch weder Clown, noch Musiker, lediglich ewiger Student, verhinderter Schriftsteller und behinderter Geschäftemacher, vernachlässige meine mit mir bestrafte Frau sowie meinen Hauptjob als Initiator der in Bälde zur globalen News-Plattform aufsteigenden Website fairplanet und vor allem meine Töchter, die mich zwar nicht wirklich brauchen, wer braucht schon verrottende Väter, aber ihr wisst ja, wie das ist, Familie, und am Ende ist es gar nicht so schlecht, wenn ein Papa in der Umgebung weilt, selbst wenn der eine nicht enden wollende Fehlfunktion ist.
Was all das mit Adolf Hitler und Steve Jobs zu tun hat? Nicht sooo viel, aber auch nicht soooo wenig. Es hat, meiner teuren Einschätzung nach, mit dem in uns, um uns, unter und hinter uns webenden und wehenden Geist der Geschichte zu tun, der rächt, rechnet und verrechnet, mit Aufstieg und Abstieg, mit dem Schicksal zweier Bands, die an mein eigenes kleines, weithin unbeachtetes Künstler-Dasein geknüpft sind, und jenem Slogan, den mein großer Onkel Maxim Biller so schön formulierte und den ich ihm seither immer sklavisch nachbetete: „So hätte jüdische Pop-Musik geklungen, wäre der Holocaust niemals gewesen“. Vor allem hätte dann ein Möchtegern-Gesangsstar wie ich die Finger vom Jiddisch-Singen gelassen, weil viele wirklich große jiddische Gesangsstars zur Welt gekommen wären, deren Eltern und Großeltern nicht vorzeitig als lebensunwertes Leben entsorgt wurden – und mir dann NICHT die Bürde dieser jiddischen Gesangsmission aufgehalst worden wäre. Aber Hitler wurde eben nicht als Baby gevierteilt, sondern wuchs und gedeihte und tat schließlich das, was er tat. Wir trauen uns ja oftmals nicht wirklich, unseren hysterischen damaligen Schreihals-Führer als Mensch zu sehen, der er, ja rein biologisch betrachtet, eigentlich war, sondern machen ihn zum Ungetüm, zum Beelzebub, den seine paranoide Juden-Abscheu und sein megalomaner Deutschland-Wahn zur Untat trieb. Ganz anders natürlich Stevie, ein syrisches Findelkind, das von wohlmeinenden amerikanischen Eltern adoptiert wurde, eine Erfolgsstory, die Millionen Neider, Nachahmer und Bewunderer hat, und der selbstverständlich alles andere als ein verhasster Massenmörder ist. Natürlich kann man diesen Steve Jobs NICHT mit dieser widerwärtigen Braunauer Hitler-Kreatur vergleichen, Gott bewahre!!! Stevie, der sich wohl nicht soooo viele Gedanken machte über so manche Leiden seiner hochqualifizierten chinesischen Halb-Sklaven, die im Akkord seine Ei-Produkte im Reich der Mitte anfertigten und so die Macht und den Einfluss seiner amerikanischen Super-Brand ins zwar nicht Unbegrenzte erweiterte, ihm aber schon die heilige Möglichkeit zu viel viel viel Einflussnahme bescherten, die er, Stevie Jobs nicht humanitär zu nutzen wusste.
Wenn es wirklich Gottes Willen war, der Stevies Lebenszeit auf haargenau die gleiche kurze Lebenszeit begrenzte wie die des Adolfs (ja, ich finde diesen Satz mit zweimal Lebenszeit kann man so belassen), dann liegt das natürlich am Coltan, dieses phantastisch leitende Edelmetall, das unter anderem auch aus dem Kongo kommt, jenem riesengroßen Reich der afrikanischen Dunkelheit, das Joseph Conrad im 19. Jahrhunder in seinem Literatur-Klassiker „Herz der Finsternis“ beschreibt und das sich der belgische Scheißkönig Leopold sozusagen als königliche Privat-Kolonie unter den Nagel riss, um in seiner meschenUNfreundlichen Gier nach Elfenbein und Kautschuk die Hälfte der kongolesischen Bevölkerung um die Jahrhundertwende grausam ins Jenseits zu befördern. Stevie Jobs und seine Kollegen von der Konkurrenz haben sich einen feuchten Dreck darum geschert, dass ein Jahrhundert später den irren irregeleiteten kongolesischen Warlords unter anderm durch Coltan-Handel ermöglicht wurde, den grausamsten Krieg der Nachkriegszeit zu führen, der Millionen Menschenleben verschlang. Hätte man unter anderem viel früher angefangen nachzuprüfen, wie und unter welchen Umständen das Coltan aus dem Kongo in unsere Computer und Telefone gelangt, hätten Stevie und seine sich noch am Leben befindlichen Berufsgenossen viel Gutes tun können.
Nehmen wir mal den Begriff der göttlichen Strafe an als eine Art primitive, prä-moderne Paranthese für sich tatsächlich abspielende Homöostase-Prozesse im Universum der menschlichen Schöpfung, dann ist wahrscheinlich der rein mathematisch-zahlenmäßig Mechanismus der sich in Jobs Begrenzung seiner Lebenszeit wie auch der des unausstehlichen Hitlers auf heilige Sieben mal die Achtungs-fordernde, achtgebende Acht ist gleich 56 äußerte, das Zeichen einer logischen Schlussfolgerung, die Allah, der Unerbittliche, hier kurzum allen ersichtlich als klares Zahlenbeispiel setzt. Könnt ihr mir folgen? Kann ich mir folgen?