Und vor allem: Was hat das eine mit den anderen zu tun? Gleich, liebe Könige und Kaiserinnen aus dem ehemaligen römischen Reich deutscher Nation, die ihr euch herablasst, die liderlichen Möchtegern-literarischen Samenergüsse der Sixtonischen Pages über euch ergehen zu lassen, gleich, wenn auch nicht sofort, aber innerhalb Minutenschnelle, so das von mir hier abgegebene, heilige zungenbrecherische Versprechen, werdet ihr gewisse Zusammenhänge erkennen. Die Jewrhythmics, die bitte schön nicht meine Band sind, sondern mich anstellten, wegen meines unbeschreiblichen Talents jiddischen Gesang zu zelebrieren, wurden dieser Tage von einer menschen- und judenfreundlich gesinnten kulturhistorischen Organisation in die mitteldeutschen Provinz- bzw. Universitätsstädte Erfurt und Jena eingeladen, sprich aus dem jüdisch besetzten Palästina eingeflogen und dann im Thüringischen in feinen kleinen Hotels beherbergt, eine Organisation, deren Namen ich nicht nennen möchte, weil er mir entfallen ist, eine Organisation, die die finanziellen Mittel für solche Späße aus dem Thüringer Staats-Tropf erhält, setzt sie sich doch dafür ein, dass ein altes jüdisches Gotteshaus in Erfurt, eine sogenannte Synagoge, irgendwann mal von der UNESCO zum Welterbe erklärt werden soll. Okay? Erste schemenhafte Zusammenhänge erkennbar? Hitler, dessen Gefolgschaft Thüringen wie so manch andere deutsche Provinz weitgehend judenrein machte, das schlechte Gewissen der Nachgeborenen 70 Jahre nach diesem genozidalen Reinigungsprozess, der schüchterne Versuch, ein leergefegtes, altehrwürdiges Gebetshaus mosaischen Glaubens dem ihm gebührenden Status zu verleihen; dazu die Jewrhythmics, die den billig-kitschigen, aber mittlerweile geradezu symphonisch-klassisch gewordenen Sound des Italo-Disco der abgewirtschafteten 80er ausgerechnet und irrsinigerweise mit dem wehleidigen Gesang der nahezu ausgerotteten jiddischen Kultur kombinieren? Das alles passt. In die sogenannten Kulturwochen, die diese ominöse Orgnisation alljährlich veranstaltet. Aber was hat der an Krebs eingegangene Stevie Jobs und MEINE Band, die Jewish Monkeys in diesem Kontext verloren? Geduld. Zuhören. Die Auflösung folgt bei Fuß. Der gute Vladimir Lomberg – ja ja ich weiß, klingt wie der Name eines Bösewichts in einem James-Bond-Reisser –, mir seit bald 10 Jahren ein werter, verehrter und geliebter Freund und Partner, strebte, seit er sich unter den üblichen Qualen aus einem ukrainisch-jüdischen Mutterschlund in den frühen 70ern ins Leben entwunden hatte, unbeirrt nach vorne; nachdem seine Eltern samt ihm und Schwesterchen aus der post-sowjetisch ärmlichen Ukraine ins kriegerisch-wirtschaftlich aufstrebende Israel emigrierten, mauserte er sich im Kielwasser post-sowjetischer, meist eher ekelerregender Rohstoff-Oligarchen als deren brillianter, israelischer Handlungsreisender in den spätern 90ern und frühen Zeroes zum Jung-Millionär, warf seine Karriere über Bord, weil er viel zu feinfühlig ist für diesen erschreckend reich machenden, aber die Seele aushöhlenden Job, und machte sich daran, das Phänomen der Jewrhythmics ins Leben zu rufen, just in jenen Jahren, da Stevie Jobs mit seinen Ei-Produkten die kommunikations-technologische Weltherrschaft errang und auf dem Höhepunkt seiner Karriere verstarb. Meine Band dagegen, angeführt von mir, einem chronischen Loser, und meinem Partner und komplizierten Kindsheitsfreund, dem widerlich gut aussehenden Doktor Boiko (überzeugt euch selbst, schaut euch unsere Videos an), das unbestrittene kreatives Master-Mind der Jewish Monkeys, der all deren, höchst satirische, bitter-böse politisch anti-korrekte Song-Texte schrieb und auch eigene Songs komponierte (nein, wir sind keine bloße oberflächliche Cover-Band), ein höchst begabter Sänger-Song-Schreiber, der jedoch bedauernswerterweise im Hauptberuf sein Veterinärs-Dasein als Hunde- und Katzen-Arzt in einem Reiche-Leute-Vorort nördlich von Tel Aviv fristet, wohl auch auf Basis dieser Demütigung jahrelang seine eigene, besser gesagt, unsere Kreation gerade mal für einen lustigen Gimmick hielt, weder an sich, noch überhaupt daran glaubte ein wirklich reißerisches Kommerz-Produkt in der Tasche zu haben, welches in der Zukunft noch für unendlich viel Begeisterung bei den jüdischen und nicht-jüdischen, Hipster und Non-Hipster-Randgruppen dieser Erde sorgen wird; der gleiche Doktor Boiko überraschte mich Anfang 2013 total. Ein Freund aus seinem lebensunlustigen Vorort, der ehemalige leidenschaftliche Bassist Yolli Baum, der jetzt als Bauunternehmer versauerte (Gott, oh Gott diese israelischen Comic-Namen), trat auf den Plan und trommelte fünf gestandene, nicht gestrandete, meine Lieben, gestandene… Musiker zusammen, und plötzlich hatte ich eine Band, eine richtige Band. Ein Neues Zuhause, eine Neue Heimat, kein elektronischer Disco-Scheiß, sondern hand-made smoky-dopy Klesmer-Rock vom Allerfeinsten. Mit Akkordeonist, Tromobonist, E-Gitarre, Bass und ziegenbärtigen Trommler sowie drei passionierten, hochtalentierten, allmählich zu Profis werdenden Amateur-Rock-Sängern, die vor Ehrgeiz nur so brennen.