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Periodischer Machtverlauf

by Annika von-Taube

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Je mehr Frauen von sich zeigen, desto stärker macht sie das, glaubt man bei American Apparel. Weshalb die weiblichen Models bei AA gern möglichst spärlich bekleidet sind. Die männlichen Models haben zum Jeanshemd immer noch eine Hose an, die weiblichen oft nicht mal ein Höschen.

Jetzt hat man sich bei AA gefragt, was wohl das Äußerste ist, was eine Frau von sich zeigen kann. Ihr primäres Geschlechtsorgan? Zu wenig. Primäres Geschlechtsorgan in masturbatorischer Behandlung? Schon besser, aber ein bisschen zu Porno. Primäres Geschlechtsorgan in masturbatorischer Behandlung im menstruierenden Zustand? Bingo!

„Period Power“ nennt Illustratorin Petra Collins ihr T-Shirt-Motiv. Von wegen die Periode als letztes unantastbares Alleinstellungsmerkmal des Weiblichen, als Machtzentrum und Schaltzentrale für den Fortbestand des Menschens. Sich Brüste machen lassen können Männer auch, aber sie können nicht bluten.

Die meisten Frauen allerdings könnten auf die Menstruation echt gut verzichten. Sie ist nichts, was ihnen Macht verleiht – oder höchstens dann, wenn sie ihre Tage als Rechtfertigung benutzen, um ihre schlechte Laune oder Fressattacken auszuleben. Und das hat dann ja wohl eher was mit Schwäche zu tun.

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