#60
 
 

Samstag

by Pippin Wigglesworth-Weider

Du weisst doch wie es läuft, du gewöhnst dich schnell, gehst jeden Tag denselben Weg. Nach vier Jahren fühlt es sich an, als wärst du ihn nur einmal gegangen. Geregnet hat es. Eisig war es. Trockene Luft, warm. Heisser Wind, Staub. Satt jedem Einzelnen, fühlst du doch nur diesen einen langen Spaziergang zur Arbeit. Bald nicht einmal das. Jeden Tag dieselbe Frage. Es geht mir gut, sagst du. Ich bin mir nicht sicher, Jémand. Erinnerst du dich an das letzte Jahr. Ich bin froh, dass es dir jetzt gut geht, aber wir müssen miteinander sprechen, eine echte Bewegung, Jémand, zwischen dir und mir. Sie startet, sie reist lang oder kurz, doch sie soll ankommen. Unterwegs wird nicht umgestiegen, wir wollen einander sehen, oder etwa nicht. Etwas Zeit nachzudenken, keine Angst, dafür gibt es den Weg. Und dies, hier, kommt nicht aus der Büroetage, vertrau mir, du brauchst dich nicht verstellen. Es ist keine freundliche Bitte. Kein Grund Ja natürlich zu sagen. Sonst geben wir besser nicht die Hand, und sagen nicht guten Morgen. Anderswo funktioniert das, ich möchte nicht, dass sowas hier funktioniert. Dass so sehr empfunden wird, immer und immer wieder, aus Mangel an Übersicht. Schau die Worte genau an, du kannst ihren Weg zurückverfolgen. Verfolge sie zurück bis zum Mund, und du wirst sehen, da steht niemand mehr. Das muss nicht schlimm sein, aber mit der Zeit … Es ist wie mit unserer Arbeit, Jémand. Bewegungsprogramme. Und die meisten von ihnen sind überflüssig. Lieber nicht, wir haben zu tun. Eine Kanne Kaffee trinken, weiterarbeiten. Wir werden bald umziehen. Solcher Umgang wird dort nicht möglich sein, dafür werde ich sorgen. Wir werden Bewegungen besser verfolgen können, an den Ursprung, zum Ziel. Ware, die nicht bestellt wurde, geht gleich zurück, anstatt wochenlang Platz zu verschwenden, aus mangelnder Übersicht. Dein Leben, lieber Jémand, auf dem die ungewollte Ware steht. Es geht mir gut, sagst du. Wir werden sehen, woher das kommt. Ich kann jede Sendung verfolgen, auf Knopfdruck. Guten Morgen. Nicht bestellt, zurück zur Fabrik. Das gilt natürlich auch für mich, siehst du. Das ist der Plan. Wir werden wissen, woher die Dinge kommen, die in unserer Abteilung herumstehen, die uns belasten. Die Kunden kennen das, sie bekommen eine Sendungsnummer mit der sie ihre Bestellung verfolgen können, bis sie bei ihnen angekommen ist. Sie sehen was es ist, das sich auf der Reise befindet, wo es jetzt ist, und wohin es als Nächstes geht. Falls der Kunde am Ende nicht zufrieden sein sollte, schickt er es wieder zurück. So stelle ich mir das vor. Die Information erlischt nach drei Monaten, zum Glück. Die letzten Jahre zurückverfolgen, jede Bewegung, das möchte ich nicht. Was meinst du worüber ich nachdenke. Ich weiss du tust es auch. Es ist wie es ist. Aber am neuen Ort … Jémand, du weisst doch was ich meine. Lass uns heute nicht über die Arbeit sprechen.

all PICKS von