Ende Oktober 1982 war ich, wie noch viele Male danach, an der Oriole Road in Toronto. Wenige Wochen zuvor war Glenn Gould gestorben. Seine Wohnung (eine seiner Wohnungen) lag um die Ecke, in der St. Clair Avenue, auf meinem Weg zur U-Bahn; Yonge Street at St. Clair East. (Die Yonge Street führt beinahe 1900 Kilometer weiter nach Norden; es ist eine sehr lange Strasse.)
Am Tag vor meiner Anreise war der Flügel von Glenn Gould in Seilen hängend am Haken eines Krahns aus dem obersten Stock des Hauses an der St. Clair Avenue transportiert worden. Ich habe es nicht gesehen, denn wie gesagt reiste ich erst am Tag danach an. Jedoch habe ich bis heute ein Bild im Kopf, jedes Mal, wenn ich an dem Haus in de St. Clair Avenue vorbei gehe und an Glenn Goulds Flügel denke; das Bild der Elefantenkuh Tuffi, die aus einer Kabine der wuppertaler Schwebebahn in die Wupper springt. Das war 1950. Ich war noch nicht geboren, Glenn Gould hatte seinen ersten Radioauftritt, er war 18 Jahre alt.