Okay Mister White, sorry…okay Mister Diez, let’s cut the bullshit, let’s drop this weird broken German English, let‘s switch to our mother-tongue, unsere geheiligte Muttersprache, edler Diez. Deutsch, Hannoveraner Deutsch, jene Mundart, die sich im Laufe des letzten halben Jahrtausends zum sogenannten Hochdeutsch mauserte, in diesem unserem, sich seit dem 30jährigen Religionskriege in viel zu viele Bistümer, Herzogtümer, Grafschaften, Königreiche und das morbide Habsburgertum zerstückelnde Vaterland. Das sich erst, wie es uns unsere Urgroß- und Großeltern mitteilten – mit vor Nationalstolz platzender Mutterbrust, jedoch voll Nazi-brauner Schamesröte -, mit der Moderne und der Industrialisierung zu neuer preußisch vereinter Größe erhob und dann den etablierten maroden Weltmächten, dem britischen Albion, dem sex-süchtigen dekadenten Franzmann und dem sowjetisch-proletarisch-mongoloiden Post-Zarenreich mit unerhörter Stoßkraft den militärischen Wehrmachts-Mittelfinger….Oh Gott, oh Gott, heiliger Georg, was tut sich mit miiiir?!!! Entschuldigung!!! Verzeih auf´s Neue diesen elenden Quatsch, den ich da zusammenstottere. Bist Du Dir sicher, dass das eine gute Idee war, mich einzuspannen für die Sixtinischen.… GENUG!!!! Was ich eigentlich sagen wollte, bevor ich mit was anderem begann, noch bevor ich überhaupt mit dem Eigentlichen loslegen konnte: Versprechen sind da, um gehalten zu werden. Aber – wie es schon überaus weise der überaus taktisch begabte, gegenüber des stinkenden Kreml, am Roten Touristen-Platz, auf alle Ewigkeiten einbalsamierte Vladimir Illiych Lenin von sich gab: Versprechen sind da, um gebrochen zu werden. Und genau das tue ich. Auch wenn ich damit in einer Reihe stehe mit einem undurchsichtigen Machtmenschen wie Lenin, dem georgischen, zwirbelbärtigen Massenmörder Stalin oder jenem homophoben, höchst unsymphatischen Arschficker und Schröder-Freund, der heute im Kreml die Macht inne hat (ist er eigentlich immer noch Schröders Freund? Hab ich das nicht schon mal gefragt?). Ich jedenfalls musste Dir, lieber Georg, versprechen, keine Werbung in eigener Sache zu machen. Weder Werbung für meine Don-Quichottische Menschheits-Korrektur-Website www.fairplanet.net noch für meine beiden Musikprojekte, das kleinere, das jiddische Disco-Projekt mit den Jewrhythmics oder das großartigere, größere, englischsprachige, höchst satirische, politisch absolut anti-korrekte KlesmerRock-Projekt der Jewish Monkeys (auf YouTube eingeben und gucken, liebe Freunde, lohnt sich, wirklich, ehrlich!!). Du aber, lieber, von uns allen hochverehrter, heiliger Georg, weißt Du, was Du getan hast? Du hast den gesamten hippen, jungen, hoffnungsfrohen Schreib-Talentschuppen Deiner Sixtinischen Pages für alle ersichtlich nicht in Blind-Copy gesetzt. Ja, bist Du denn meschugge!!!? Welcher Teufel hat denn Dich geritten!!!? Wie kannst Du so indiskret sein, in solch harschen Zeiten, wo wir alle uns abgehört, eingeschüchtert und in unseren allerheiligsten Privatsphären penetriert fühlen von der NSDAP… Verzeihung, von der NSA! Nicht nur Dein Arbeitgeber, der SPIEGEL, hat sich mit einer Titelstory nochmals lautstark und sensationslüstern ausgelassen über Snowdon und den dazugehörigen Rattenschwanz; alle sind darauf fixiert, alle, oder?? Vor allem ich aber, der ich ein werbegeiler Hampelmann ohnesgleichen bin, ich kann dieser Versuchung, dieser Verlockung nicht widerstehen. All diese Meinungsmacher, Avantgardisten, die Du in Deinem Stall hast. Ich MUSS einfach all diesen Leuten Bescheid geben, dass ich mit den Jewrhythmics aus Tel-Aviv/Moskau am Samstag im KaterHolzig spiele. Ich muss. Und warum solltest Du mir verbieten, mich über Dein Verbot hinwegzusetzen? Warum? Hätte ich Dich nicht versteckt, wenn es damals aus irgend einem unerfindlichen Grunde andersrum gelaufen wäre; wir Juden, als Gottes auserwähltes Völkchen, euch Palästinenser, Kurden, Türken, Bosniaken, Albaner, Darfuris, Roma, Buren, Hottentotten, Schotten und Germanoide in Aufenhalts-und Entlausungslager für unwertes Dasein gesteckt hätten?? Hätte ich Dich nicht versteckt? Hätte ich? Natürlich hätte ich! Morgen und vielleicht auch übermorgen dann also einige Gedanken und Zeilen zu diesem interessanten Musik-Thema, über die Jewrhythmics, die mich unter meinem etwas dümmlichen Künstlernamen Joe Fleisch featuren; die Wiederauferstehung der 80er Italo-Disco, die auf die Wiederbelebung jiddischen Gesangs in meiner Person trifft.
Okay, Mister White???!!!!
Dann aber erfolgt endgültig das Finale von „How my 21st y on earth shaped the things to come“, mit dem Abschluss des letzten Kapitels „How I stopped being a motherfucker and became the soft funny crippled nipple-licker, I am still today (3).” Wie wir alle wissen, ist das Finale einer literarischen Erzählung DIE Herausforderung, der eigentliche Kunstgriff, die wahre Qualitätsprüfung. Hier erweist es sich, ob dieses Werk die Jahrhunderte überdauern wird und auch noch den Großenkeln der Großenkeln unserer Großenkel zur Freude gereichen wird. Es ist wie beim Sex, oder? Unvergesslich sind vor allem jene Akte, wo wir gemeinsam mit unserer Partnerin kommen. Korrekt? Wir. Das Finale muss mit der story-line, wie sie sich zum Ende hin entwickelt und den Erwartungen, die sie beim Zuhörer erweckt, im Einklang stehen. Dreiklangs-Dimensionen. War das ein Song oder eine Band, damals zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle in den blutrünstigen 80ern? Der Erzähler und die ihm gebannt Zuhörenden, sie müssen gemeinsam zum Höhepunkt kommen. Nur dann hat der Erzähler den Faden, den er selbst gesponnen hat, konsequent bis zum Ende gesponnen, ohne ihn verloren zu haben. Korrekt? Ist doch so, oder?? Selbst dem großen unsterblichen Thomas Mann ist das nicht immer gelungen. Apropos Mann. Mann oh Mann. Habt ihr die Lobeshymne im SPIEGEL auf den neuesten Schmöker meines Freundes Maxim Biller gelesen, der einzige richtige Mann in meinem Leben? http://www.spiegel.de/kultur/literatur/maxim-biller-im-kopf-von-bruno-schulz-a-932042.html. Wie er meisterhaft über Bruno Schulz phantasiert, jenen polnisch-jüdischen Schriftsteller, den es tatsächlich mal gab, der in Billers erfundener Erzählung in einem delirierenden Zustand einen Brief an Thomas Mann verfasst und sich darüber beschwert, dass ein Thomas-Mann-Double-Schwindler die Leute in seinem polnisch-jüdischen Städtchen verrückt macht? Der wirkliche Bruno Schulz wurde im übrigen 1942 von einem unfreundlichen Gestapo-Angestellten auf offener Straße einfach mal so erschossen. Und war nebenbei ein etwas masochistisch veranlagter Pornographie-Zeichner, wie das einige seiner Zeichnungen bezeugen, die Biller gleich mit in sein Büchlein reingepackt hat. Lest das SPIEGEL-Item, in welcher der Erzählung „Im Kopf von Bruno Schulz“ weltliterarisches Niveau unterstellt wird. Und dann kauft das Buch. Koift es. Koift es (Jiddisch für „Kauft es“).
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