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The Jewrhythics featuring Joe Fleisch coming to the ehemalige Reichshauptstadt (4)

by Jossi Reich

Mit anderen Worten, Du kannst das bißchen Werbung in eigener Sache in meinem Item nicht ablehnen. Und überhaupt. Ich hatte schon wieder ein Dreitages-Loch in meiner Blogging-Frequenz. Das ist nicht gut, alter Junge, die Konstanz der Beiträge spricht für die Lust der Blogger am Bloggen, korrekt?
Genug geredet, zum Schluß also noch ein hochqualitativer, informativer Promotion-Text, fast der gleiche Scheiß wie eben auf Englisch, aber jetzt dann doch etwas anderes, in der, dem Deutschen eigenen Qualität, genau wie das Englische seine Qualität hat, korrekt, oder? Das alles muß sein, und Du vergißt jetzt Deine Phobie demgegenüber sofort, okay Mister White, sonst gibt´s eins mit der Pferdepeitsche auf den nackten Arsch, Du Arsch, klaro??!! Entspann Dich und genieß einfach nur in fortlaufender Freude die Gewähltheit meiner Worte, das ist das einzige was zählt, stimmt’s?

Neben den meist sehr wehmütigen jiddischen vintage-Songs aus einer erloschenen Epoche covered JOE FLEISCH zusammen mit den JEWRHYTHMICS zwei Schlager der Neuen Deutschen Welle auf Jiddisch. Aus dem gequält-sehnsüchtigen „Eisbär“ wird ein noch etwas sehnsüchtigerer „Waisser Ber“, und das berühmt-berüchtigt-monotone Anti-Liebeslied „DaDaDa – Ich lieb Dich nicht, Du liebst mich nicht“, wird ins Gegenteil verkehrt, zum ungleich romantischeren, lebens- bzw. Liebes-bejahenderen „DaiDaiDai Ich hob Dech lieb, Du host mech lieb“. Schmunzelnd nimmt JOE FLEISCH sich ferner eines weiteren deutschen Schlagers aus den 80ern an, nämlich Stefan Remmlers humoristischen Faschings-Song „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, auf Jiddisch nunmehr „Als ding hot a soff, nor baym wursht senen zway“.
Mit „Miserlou“, einem weiteren hit-verdächtigen Cover wagen sich die JEWRHYTHMICS und JOE FLEISCH an einen wahren Klassiker der Musikgeschichte mit griechischen Wurzeln, der aber weltweit schon so lange beliebt ist, dass viele Menschen von Marokko bis Irak behaupten, es sei ein Volkslied aus dem eigenen Land.
Hunderte von Aufnahmen wurden bisher gemacht, von so unterschiedlichen Künstlern wie Agent Orange und Connie Francis (1965). Im Jahr 1994 wurde die Dale Version von “Miserlou” auf dem Soundtrack des Films Pulp Fiction benutzt, dank eines Vorschlags des Quentin-Tarantino-Freunds Boyd Rice.
Die jiddische Version von „Miserlou“ entstand in den 30er Jahren in direkter Übersetzung des griechischen Originals und besingt die wundervolle Wüstenprinzessin, die dem Verliebten „dus Harz farbrennt“.
Und nochmal zurück zu den Jewrhythmics:
Assistiert von dem Moskauer Keyboarder Ilya Dmitriev stellt der in seiner Jugend, Anfang der 90er Jahre mit seinen Eltern aus der Ukraine nach Israel emigrierte Vladimir Lomberg, Erfinder und Gründer der JEWRHYTHMICS zum einen den 80er Synthesizer-Sound des ItaloDisco wieder her, der in seinen Jugendjahren in den 80ern in der Ukraine bei Youngstern besonders beliebt war. Zum anderen läßt er dabei experimentierfreudig und eigenwillig in einem völlig unerwarteten Kontext um diesen Sound herum traditionelle jiddische Volks- und Liebeslieder aus der Vergangenheit wiederauferstehen, und – featured Joe Fleisch in einer Disco-Version des jiddischen „Miserlou“. In einem sorgfältig und aufwändig produzierten Video erleben wir Joe Fleisch in seiner Lieblingsfunktion – als ein sich den Liebeskummer von der Seele tanzend-singender Möchtegern-Schamane.

Jewrhythmics – Miserilou – http://www.youtube.com/watch?v=U3mkZNzJdzg&feature=youtu.be

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