Darf man das? Werke verfremden? Übertragen? Johann Sebastian Bach komponierte 18 Choräle für die Orgel in seinen letzten Lebensjahren. Die schönsten Werke sind das, rein und – wie Beethoven einmal sagte – direkt von Herzen zu Herzen gehend. Wie erklärt es sich, dass es so viele sogenannter Transkriptionen für Klavier gibt? Werke aller Arten, Opernarien, Lieder, Sinfonien, Choräle, Chorwerke, Kammermusikwerke – unzählige, die bearbeitet, frei arrangiert oder wortgenau transkribiert wurden für Klavier (solo). Dabei gibt es ja unendlich viel wundervolles Klavierrepertoire. Nun, man will diese Werke spielen. So einfach ist das. Nichts ist eindringlicher als das unmittelbare Erlebnis. So kamen immer wieder Pianisten dazu, ihre Liebe, ihre Zuneigung einem Werk gegenüber darin auszudrücken, indem sie das jeweilige Werk für das Klavier zu transkribieren. Schon Bach selbst hat viele Werke bearbeitet, Mozart auch, Beethoven auch. Franz Liszt war derjenige, der die sogenannte Klavierparaphrase dann in den Konzertkanon mit einer solch enormen Kraft und Fantasie hinauskatapultierte wie kaum ein anderer vor ihm. Aus dieser Tradition entstanden die bedeutendsten Bearbeitungen “fremder” Werke , so von Sergei Rachmaninoff, Ferruccio Busoni, Egon Petri, Vladimir Horowitz und dem großen Wilhelm Kempff (und unzähligen anderen bedeutenden Pianisten, die alle aufzuzählen einfach unmöglich erscheint…).
Das hier ist die mir Liebste. Und Heiligste.
http://www.youtube.com/watch?v=gn_PQf9Azjc