#60
 
 

The School of Music (15)

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Wasser. Nacht. Ein See. Ein Meer? Ein Mond? Vielleicht. Vielleicht aber auch einfach: Trauermarsch, aber ein fließender. Ein denkender, ein reflektierender, kein stehender, kein toter Marsch. Aber Marsch? Ach je, nein – es ist, was es ist: Trauermusik. Das trifft es wahrscheinlich. Mondscheinsonate? Wer hat das wohl erfunden? [more]

Wasser. Nacht. Ein See. Ein Meer? Ein Mond? Vielleicht. Vielleicht aber auch einfach: Trauermarsch, aber ein fließender. Ein denkender, ein reflektierender, kein stehender, kein toter Marsch. Aber Marsch? Ach je, nein – es ist, was es ist: Trauermusik. Das trifft es wahrscheinlich. Mondscheinsonate? Wer hat das wohl erfunden? Wer durchgesetzt? Die wahrscheinlich berühmteste aller berühmten Beethovenschen Klaviersonaten beginnt mit dem wohl bewegendsten Eröffnungssatz aller. Ja, Trauermusik. Was treibt einen Komponisten an, diese Melodie aufs Papier zu bringen, zu erfinden….? Diese Musik spricht für sich, aber sie erzwingt auch Gespräche und Gedanken. Sollte sie zumindest. Dann – ein verhalten heiteres, ein fast friedliches Allegretto. Und am Schluss das wilde, stechende, kämpfende presto agitato. Ein Gewitter, das aber innehält, singt und klagt und am Ende so kompromisslos endet, wie es nur irgend möglich ist. Eine vollkommene Musik, die mich und uns wahrscheinlich jedes Mal in Sprachlosigkeit zurücklässt.
http://www.youtube.com/watch?v=HEjiJYKqtVo&feature=youtu.be