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Tod durch Regenschirm

by Annika von-Taube

Eine junge Frau sitzt in der Tram. Schräg gegenüber, ihr zugewandt, eine andere Frau, älter, schwarz gekleidet, in einer Hand einen zusammengerollten Regenschirm. Aus dunklen Augenhöhlen wirft sie stechende Blicke auf die junge Frau. Die rutscht unbehaglich auf ihrem Sitz herum, murmelt, „Schon klar, wenn Blicke töten könnten.“ Daraufhin hebt die schwarze Gestalt langsam den Regenschirm und zielt damit auf ihr Gegenüber, wie mit einem Gewehr. „Was machen Sie denn da, wollen Sie mich erschießen oder was? Hören Sie sofort damit auf!“, erregt sich die Junge. Darauf die andere kalt: „Wieso, Sie sind doch schon tot.“Regenschirm als Waffe

An Regenschirmen sind mehr Menschen gestorben, als man meinen möchte. Seine vermeintliche Harmlosigkeit als Schutzvorrichtung vor unliebsamen, aber nicht weiter gefährlichen Wetterphänomenen macht den einem Degen oder Laufgewehr nicht unähnlichen Regenschirm zur perfekten Tarnung für Attentatswaffen. Siehe auch: „A Short History of Weaponised Umbrellas.“

 

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